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25.04.2012

10 ème Decente de BARR 2012

Endlich war es so weit! Das erste ernsthafte Rennen der Saison 2012 stand auf dem Plan. Also ging es Freitags abends auf nach BARR im Elsas (Frankreich). Man traf sich auf dem klassischen Campingplatz. “Man”, das sind Thomas Kolb unser Teamfahrer und ich. Für meinen Teil bin ich auch Teamfahrer, aber auf Grund einer Schulterverletzung, die ich im Februar endlich mal operieren lassen musste, bin ich bisher immer noch zum Fotografieren “verurteilt”. Einerseits nicht so toll, weil ich dieses Rennen in Barr liebe, andererseits auch okay, weil ich so endlich mal zum Fotografieren komme und so eine kleine kreative Pause auch nichts schaden kann. Zelt und Shelter waren abends schnell aufgebaut und dann gings auch schon ins Bett, da es doch recht kalt noch war.

Die Nacht brachte ein klein wenig Regen mit sich, was der staubtrockenen Strecke allerdings nicht schadete. Um neun Uhr wurden die Startnummern verteilt und dann ging es erstmal zu Fuß die Strecke hinauf um sich alles anzuschauen, da das Training erst um elf begann.

Es gab im Vergleich zum Vorjahr einiges Neues aber auch viel Altbekanntes. Neu war die Streckenführung im mittleren Teil, inklusive eines recht großen Wallrides und einem Stepup, wobei man in letzteren direkt aus einer High-Speed-Sektion hinein fuhr. Airtime war also garantiert. Danach gab es nachwievor die Tretpassage und hiernach, ganz klassisch, “Le Mur”. Zu deutsch “Die Wand”. Kurz gesagt ein sehr großes Steinfeld mit ungefähr 120% bis 140% Gefälle und größeren Absätzen drin.

Thomas High-Speed Step Down

Thomas High-Speed Step Down

Wenn man es von unten sieht, ist es tatsächlich einfach eine Wand, die sich  gen Himmel erstreckt. Von oben betrachtet machts das noch etwas schlimmer, weil das Ende nicht zu sehen ist, da das Gefälle nach unten größer wird. Wie man es auch dreht und wendet, “Le Mur” ist erstmal recht respekteinflößend.

Aber wir waren ja auch nicht zum Kindergeburtstag da, also ging’s auf zum Training! Thomas mit dem Rad und ich mit der Kamera. Thomas kam sehr gut zurecht mit der Strecke und hatte eine menge Spaß. Trotz des immer tiefer werdenden Bodens im oberen Streckenabschnitt, blieb die Wahl bei Trockenreifen, während andere sich entschlossen Reifen für tieferen Boden aufzuziehen. Nachteil hierbei ist, dass diese dann im unteren Teil nicht mehr so gut rollen.  Also musste man sich entscheiden: Sand-Surfing oben, oder dicke Beine unten. Thomas entschied sich für ersteres. Nachdem wir den Radstand an seinem Commencal Supreme DH ganz kurz gestellt hatten, kam er auch deutlich besser um die engen Kurven im Oberen Teil und konnte sich somit gant auf den mittleren und unteren Teil konzentrieren, bei dem es zu 50% darum geht nicht vor Entkräftung vom Rad zu fallen, nachdem man die Tretpassage hinter sich gebracht hat.

Ich bin derweil aus der anderen Richtung den Berg hinauf gegangen und habe mir gute Plätze zum Fotografieren gesucht. Nicht so einfach bei der Menge an Fotografen die da herum laufen einen Platz zu finden, um noch ein sinnvolles Foto zu bekommen, das nicht auch schon 300 Mal vorher abgelichtet wurde. Nach einer weile bin ich dann aber doch fündig geworden.  Anstelle den Stepup zu fotografieren, wo sich schon einige Fotografen tummelten, bin ich etwas höher gegangen um den High-Speed-Step-Down ins Visier zu nehmen. Hohe Geschwindigkeiten gepaart mit einer langen Flugphase sorgen in der Regel für großartige Fotos! Je nach Windrichtung fängt man sich zwar bei jeden Fahrer eine ordentliche Ladung Staub ein, aber was tut man nicht alles für ein gutes Foto.

 

Thomas Kolb

Das war dann auch schon das Ende vom Tag, da  das Training schon um 17 Uhr beendet war. Schade, denn Thomas wollte eigentlich noch einen, oder zwei  Runs machen, aber so wurde er dann zum relaxen gezwungen.

Nebenbei bemerkt ist der Ablauf eines Rennwochenendes bei den Franzosen etwas anders, als man es zum Beispiel vom IXS-Cup gewöhnt ist. Freitags nichts. Samstags nur Training. Sonntags zwei Zeitläufe und kein Training. Rech übersichtlich dadurch, aber Sonntags gehts dann auch ohne “Track-Check” direkt mit laufender Uhr auf die Strecke. Dass es nachts geregnet hatte, machte die Sache nicht gerade besser. Thomas entschied sich bei Trockenreifen zu bleiben, da wir auch alle einhellig der Meinung waren, dass der viele trockene Boden den Regen wohl nur so aufgesaugt haben dürfte und davon nicht mehr viel übrig wäre (vom Regen). Thomas war dank kleiner Startnummer 59 erst recht spät an der Reihe. Gut für ihn, denn bis dahin war der Boden tatsächlich exakt wieder so wie am Vortag. Perfekte Bedingungen, also! Er legte einen soliden Seedingrun hin und konnte sich eine gute Ausgangsposition für den zweiten Rennlauf sichern.

Thomas hatte nun also ein klein wenig Zeit um sich auf den zweiten Lauf vorzubereiten. Nochmal das Rad checken, Nahrungsaufnahme, trinken, und entspannen. Ähnlich bei mir. Kamera checken, säubern (der Staub, Ihr erinnert euch), essen, trinken, entspannen. Dann gings für uns beide wieder an die Strecke. Thomas hat einen super Lauf erwischt und konnte sich nochmal um gut zehn Sekunden zum vorherigen Lauf verbessern und ist auf einen hervorragenden 82ten Platz von 282 gestarteten Fahren gefahren! Somit waren alle sehr zufrieden nach beiden absolvierten Rennläufen. Thomas mit seinem Ergebnis und ich mit meinen Fotos.

Und natürlich geht der Dank für die großartige Unterstützung an: R107Bikes!

Thomas & Moritz